Gastronomisches Kiew: Wareniki, Borschtsch und Craft-Bier – wo man essen kann - otdih.pro

Gastronomisches Kiew: Wareniki, Borschtsch und Craft-Bier – wo man wie ein echter Ukrainer essen kann

Kiew ist nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die gastronomische Hauptstadt der Ukraine. Kartoffelpfannkuchen mit Eiern und Pilzen, eine Schüssel echten Borschtsch sowie Craft-Bier von lokalen Brauereien – all das erwartet Sie in den Bars und Restaurants der Stadt. Wir berichten, wo Sie diese Köstlichkeiten am schmackhaftesten und authentischsten genießen können.

Geschichte und Kontext: Vom Lied zur Schüssel

Traditionelle ukrainische Teigtaschen mit Kartoffeln und Käse
Teigtaschen – die Grundlage der ukrainischen Küche. In „U Lyki“ gibt es über 30 Varianten dieses Gerichts zu Preisen zwischen 80 und 140 Gramm.

Die ukrainische Küche ist kein modischer Trend, sondern eine kulinarische Geschichte, die durch Geschmäcker erzählt wird. Teigtaschen (polnisch „pierogi“, aber ukrainisch) entstanden bereits in der Zeit der Kiewer Rus, doch das Geheimnis ihres Erfolgs liegt in ihrer Einfachheit und Vielseitigkeit. Borschtsch ist nicht nur eine Suppe – er ist die Seele der ukrainischen Küche, ein Symbol, um das Lieder geschrieben und über die richtige Rezeptur diskutiert wird.

In den letzten 10 Jahren erlebt Kiew eine wahre gastronomische Renaissance. Während die Gastronomieszene früher stark europäisiert war, kehren heute junge Köche zu ihren Wurzeln zurück – allerdings mit eigenem, kreativem Ansatz. Das Aufkommen von Craft-Brauereien ist ein weiteres Zeichen dieser Veränderung. In der Stadt gibt es mittlerweile über 15 Mikrobrauereien, die Bier auf weltklasse Niveau herstellen.

Wie gelangt man zu den gastronomischen Zentren Kiews?

Die ukrainische Küche ist in ganz Kiew verbreitet, doch die wichtigsten Standorte befinden sich im Zentrum (Podol) sowie in der Umgebung der U-Bahn-Station „Zoloti Vorota“.

Mit der U-Bahn: Das U-Bahn-Netz Kiews besteht aus drei Linien. Die blaue Linie M1 führt Sie zur Station „Zoloti Vorota“ (von dort aus gelangen Sie zu den meisten angesagten Restaurants), die rote Linie M2 zum Podol (Straße Andrijiwski Uzviz). Ein Ticket kostet 10 Gramm (~0,30 EUR); die Fahrzeit vom Flughafen beträgt etwa 15–20 Minuten.

Mit dem Auto/Taxi: Uber, Bolt oder das lokale Unternehmen Uklon sind in Kiew verfügbar. Vom Flughafen Borispol zum Stadtzentrum dauert die Fahrt etwa 45 Minuten; die Kosten liegen bei 150–250 Gramm (~5–8 EUR).

Mit dem öffentlichen Verkehr: Der Bus Nr. 322 vom Flughafen ins Stadtzentrum kostet 30 Gramm (~1 EUR); die Fahrzeit beträgt jedoch 60–90 Minuten.

Was man erleben sollte: Authentische Küche und Craft-Bier

Handgemachtes Bier aus der Brauerei Varvarskaya, serviert in Flaschen
Die kleine Brauerei „Varvarskaya“ im Stadtteil Podil bietet IPA-Bier, Pilsner und Porter zu Preisen von 60–85 Gramm pro Glas an.
Schüssel mit traditionellem ukrainischem Borscht mit Sahne Der Borscht von „Mamaliga“ – der wahre Geschmack von Poltawa. 65 Gramm pro Portion, Sahne gratis dazu.

Die Warenik-Kneipe „U Lyki“ (Sankt-Andreas-Straße 23) {GOOGLE=50.3931,30.4902} – ist nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Museum für Wareniki. Es gibt mehr als 30 Varianten dieses Gerichts: klassische mit Kartoffeln und Käse (90 Gramm / ca. 2,70 EUR pro 6 Stück), Meereswareniki mit Garnelen (140 Gramm / ca. 4,20 EUR) sowie Dessert-Wareniki mit Pflaumen (80 Gramm / ca. 2,40 EUR). Die Inneneinrichtung erinnert an ein typisches Oma-Haus – aber es ist sauber und gemütlich. Die Wartezeit zum Mittagessen beträgt in der Regel 20–30 Minuten; daher sollten Sie um 11:30 Uhr oder nach 14:00 Uhr kommen. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 10:00–22:00 Uhr, an Sonntagen nicht geöffnet.

Das Restaurant „Mamaliga“ {GOOGLE=50.3945,30.4888} – serviert Borscht genau so, wie er in Poltawa zubereitet wird. Der Inhaber und Koch reiste ins Dorf bei Poltawa, um das echte Rezept zu lernen. Ein Portion Borscht kostet 65 Gramm (~1,95 EUR); Sahne wird kostenlos dazu serviert. Das Gericht „Palachnika“ mit Gänsefleisch (175 Gramm / ca. 5,25 EUR) ist ein Spezialgericht des Restaurants. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 11:00–23:00 Uhr, Freitag und Samstag 11:00–00:00 Uhr, Sonntag 11:00–22:00 Uhr. Für die Orientierung verwenden Sie bitte die GPS-Koordinaten: Adresse: Hrushevskyj-Straße 9.

Brauerei „Varvarskaya“ (Straße Varvarskaja, 34) {GOOGLE=50.3958,30.4915} – Eine kleine Brauerei im Zentrum von Podil, die IPA, Pilsner und Porter auf europäischem Niveau herstellt. Ein Bierglas (0,5 Liter) kostet 60–85 Griwna (~1,80–2,55 EUR); ein komplettes Probierpaket mit vier Sorten kostet 150 Griwna (~4,50 EUR). Das Essen ist einfach: Biersnacks, Brownies, Nutella-Popcorn. Öffnungszeiten: Di–Sa 15:00–23:00, Do–So 12:00–00:00, Sonntag 12:00–22:00.

Brauerei „Nikola Smokehouse“ {GOOGLE=50.4001,30.5142} – Craft-Bier und amerikanisches Barbecue. Hier wird Bier mit asiatischen Gewürzen gebraut; es gibt auch experimentelle Sorten wie Cherry Berliner Weisse und Mango IPA. Ein Bierglas kostet 60–100 Griwna (~1,80–3 EUR); ein Teller mit geräuchertem Fleisch kostet 280–350 Griwna (~8,40–10,50 EUR). Der Raum ist groß und bietet zwei Ebenen; häufig finden dort Musikabende statt. Öffnungszeiten: Di–Sa 12:00–23:00, Do–So 12:00–00:00, Sonntag 12:00–22:00.

Praktische Informationen: Preise, Öffnungszeiten

Amerikanisches Barbecue und Craft-Bier in der „Nikola Smokehouse“
„Nikola Smokehouse“ kombiniert Craft-Bier mit experimentellen Sorten und geräuchertem Fleisch. Ein Teller mit Geräuchertem Fleisch kostet 280–350 Griwna.

Budget pro Touristen:

  • Mittagessen mit Würstchen oder Borschtsch + Beilage: 120–150 Griwna (~3,60–4,50 EUR)
  • Ein Glas Craft-Bier: 60–100 Griwna (~1,80–3 EUR)
  • Abendessen in einem trendigen Restaurant: 300–500 Griwna für das Hauptgericht

Wann besuchen?: Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind die idealen Monate. Im Sommer (Juli–August) gibt es viele Touristen; Tische an beliebten Orten müssen oft bereits einen Tag im Voraus gebucht werden. Im Winter (Dezember–Februar) dominieren Fleischgerichte und starke Getränke – allerdings sind die Straßen kalt und viele kleine Lokale schließen.

Sprache: Im Zentrum spricht die Mehrheit des Personals Englisch; in weniger besuchten Gebieten wird ausschließlich Ukrainisch verwendet. In allen Restaurants gibt es immer Menüs mit Fotos.

Praktische Ratschläge für Touristen

Was mitzunehmen ist: In Kiew gibt es in der Regel keine Probleme mit Trinkwasser – doch Touristen sollten lieber Flaschenwasser mitnehmen (15 Hrywnja / ca. 0,45 EUR in den Kiosken). In Restaurants ist Wasser oft gegen Gebühr erhältlich (8–10 Hrywnja). Falls Sie Bierbrauereien besuchen möchten, bringen Sie bitte Bargeld mit – einige dieser Betriebe akzeptieren nur Bargeld oder die lokale Zahlungssysteme wie PrivatBank.

Was man vermeiden sollte: Die Straße Chreschtschatyk im Zentrum ist sehr touristisch überlaufen. Die Restaurants dort sind um 30–40 % teurer und das Essen ist nicht immer authentisch. Die Straße Podwalsna ist ebenfalls sehr beliebt bei Touristen – doch auch dort herrscht oft viel Trubel. Besuchen Sie lieber die Straßen Varvarska oder Hrushevskyj, dort finden Sie eine echte, authentische Atmosphäre.

Reservierung: An Wochenenden werden Tische in beliebten Wareniki-Restaurants bereits einen Tag im Voraus gebucht. Sie können sich auch über 2GIS (die ukrainische Version von Google Maps) registrieren oder einfach um 11:30–12:00 Uhr vorbeikommen, wenn die Restaurants gerade geöffnet haben.

Reservierungsmöglichkeiten: Die meisten Restaurants bieten die Möglichkeit zur Reservierung über 2GIS oder auf ihren Instagram-Konten an. Auch das Restaurant „U Lyki“ verfügt über ein Reservierungssystem auf seiner Website – so können Sie ohne Anrufe einen Tisch reservieren.

Empfehlungen für Fotos:** Falls Sie im „U Lyki“ oder in der „Mamaliga“ essen, vergessen Sie nicht, Ihre Kamera mitzunehmen. Die Wareniki auf dem Teller sehen einfach wunderbar aus, und der Borschtsch mit Sahne eignet sich hervorragend für Instagram-Posts. In den Bierbrauereien gibt es außerdem wunderschöne Mikelika-Flaschen; in den Restaurants hingegen befinden sich antike Ikonen an den Wänden.

Wo man in der Nähe essen kann: weitere gastronomische Angebote

Oft befinden sich in der gleichen Straße verschiedene Restaurants und Geschäfte. In der Nähe der Straße Varvarska gibt es zum Beispiel die Kaffeebar „Espresso Bar“ (60 Hrywnja für einen Espresso / ca. 1,80 EUR) sowie die Bäckerei „Chleb“ (ein Croissant kostet 35 Hrywnja / ca. 1,05 EUR). In der Nähe der Straße Hrushevskyj befindet sich außerdem die Weinstube „Bordeaux“ (ein Glas Wein kostet 50–80 Hrywnja / ca. 1,50–2,40 EUR).

Falls Sie die authentische ukrainische Küche – in moderner Ausprägung – ausprobieren möchten: Das Restaurant „Kompot“ (Mихайло-Hruschewskyj-Straße) bereitet Borschtsch auf moderne Weise zu und serviert ihn mit Speck auf Brötchen. Doch dies ist bereits keine authentische ukrainische Küche mehr, sondern eher Gastronomie – und das ist ein Thema für eine andere Diskussion.
Historische Straßen des Podols in Kiew mit Restaurants
Die Warwarskaja-Straße im Podol – das Herz der gastronomischen Szene Kiews mit Restaurants, Brauereien und Cafés

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