Annsy: „Venedig der Alpen“ mit dem azurblauen See und den Kanälen
Geschichte und Kontext: Die Festung des Herzogtums Savoyen
Annecy ist nicht nur eine schöne Stadt, sondern auch das historische Herz des Herzogtums Savoyen. Im 12. Jahrhundert wurde an einem Seeufer eine Festung erbaut, um die Handelswege zwischen Genf und Italien zu schützen. Die Mauern der Festung Annecy erheben sich heute genauso majestätisch über die Altstadt wie vor sieben Jahrhunderten.
Erst im Jahr 1860 wurde Annecy französisch, als Savoyen Teil Frankreichs wurde. Davor entwickelte sich die Stadt auf ihre eigene Weise: Die Handelsflotte am See florierte, Adelshäuser mit zarten Fassaden wurden gebaut und Kanäle für Bewässerung und Transport angelegt. Heute macht diese mittelalterliche Architektur in Kombination mit der alpinen Landschaft Annecy zu einer der fotogenischsten Städte Frankreichs.
Wie man hinkommt: Direkte Züge aus benachbarten Städten
Von Genf (nächster Ausgangspunkt):** Der SNCF-Zug „Genève-Annecy“ fährt alle 30–60 Minuten. Die Fahrzeit beträgt 1 Stunde und 15 Minuten. Die Kosten liegen bei 15–25 EUR Hin- und Rückfahrt, abhängig vom im Voraus gekauften Ticket. Der Bahnhof befindet sich am Stadtrand; zum Altstadtzentrum sind es zu Fuß 15 Minuten oder mit dem örtlichen Bus (1,50 EUR).
Von Lyon:** SNCF-Züge fahren 5–6 Mal täglich. Die Fahrzeit beträgt 2 Stunden. Die Kosten liegen bei 25–40 EUR. Es ist am praktischsten, das Ticket eine Woche vor der Reise auf der Website sncf-connect.com zu buchen.
Mit dem Auto:** Von Genf aus über die Autobahn A40 – 40 km, ca. 45 Minuten. Parkplätze in der Innenstadt kosten 2 EUR/Stunde oder 15 EUR pro Tag in den Tiefgaragen (Parking Jean-Jaurès, Parking Courier). Kostenlose Parkplätze gibt es am Stadtrand am Seeufer, allerdings muss man dann zu Fuß gehen.
Flughafen: Der nächstgelegene internationale Flughafen ist Genf (GVA), ca. 40 km entfernt. Vom Flughafen aus gelangen Sie nach Annecy mit dem direkten Shuttlebus „Airport Bus“ für 25 EUR – die Fahrt dauert 1 Stunde und 15 Minuten – oder mit dem Zug, der durch Genf fährt.Sehenswürdigkeiten mit Koordinaten:
Schloss Annecy (Château d'Annecy)
Der Lac d’Annecy ist ein Juwel dieser Region. Das Wasser hier kann getrunken werden – was für europäische Seen eine Seltenheit ist. Im Sommer erreicht die Wassertemperatur 23–24°C; im Winter bildet sich manchmal eine Eisschicht auf dem See. Rund um den See verläuft ein 43 Kilometer langer Radweg; die Miete eines Fahrrads kostet etwa 12–15 EUR pro Tag. Die Strände Plage d’Albigny und Plage Impérial sind frei zugänglich und verfügen über Umkleidekabinen.
Die Altstadt (Vieille Ville) ist das Herz von Annecy – hier befinden sich Häuser, die direkt über den Kanälen thronen. Die Hauptstraße Rue Sainte-Claire gilt als eine der schönsten in den Alpen. Geschäfte, Cafés und Galerien – überall schmale Gassen und kunstvoll geschnitzte Balkone. Ein Bootsausflug auf den Kanälen kostet 9,50 EUR und dauert 50 Minuten; die Touren finden täglich um 10:00, 14:00 und 16:00 Uhr statt.
Die Basilika der Heiligen Visitation ist eine aus weißem Stein erbaute Basilika am Seeufer, die im Jahr 1904 fertiggestellt wurde. Im Inneren befinden sich Glasfenster und ein Orgel. Der Eintritt ist frei; die Basilika ist täglich von 8:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Der Ausblick von der Treppe vor der Basilika auf den See und die Alpen zählt zu den drei besten Orten in der Stadt, um Sonnenuntergänge zu fotografieren.
Der Palais de l’Isle ist ein schönes vierstöckiges Gebäude aus dem 12. Jahrhundert, das mitten im Fluss Thiou steht. Einst war es eine Festung, später ein Gefängnis; heute dient es als Museum für Architekturgeschichte. Der Eintritt kostet 5 EUR; die Öffnungszeiten sind von 10:00 bis 17:00 Uhr (im Sommer bis 18:00 Uhr). Am Dienstag ist das Museum geschlossen.
Der Parc de l’Europe
ist ein grüner Bereich am südlichen Ufer des Sees mit Kinderspielplätzen, Picknicktischen und Blick auf die Stadt. Er eignet sich ideal für Familien. Der Eintritt ist frei; der Park ist rund um die Uhr geöffnet.Praktische Informationen: Preise, Öffnungszeiten, Saisonzeiten
Beste Zeit für einen Besuch:
- Mai–Juni: Temperatur 18–22°C, frische Luft, Magnolien in Blüte – noch keine großen Touristenströme. Ideal für Spaziergänge.
- Juli–August: Heiß (24–27°C), das Seewasser ist 23–24°C warm, die Strände sind wegen der Schulferien voller Touristen. Die Preise sind um 20–30% höher.
- September–Oktober:> Goldene Herbstzeit – Temperatur 16–20°C, kaum Touristen. Das Seewasser ist noch warm (19–20°C). Meine Lieblingszeit des Jahres.
- November–März:> Kalt (4–8°C), häufig Regen; das Seewasser wird durch Schmelzwasser trüb. Fast keine Touristen – die Hotels sind um 30–40% günstiger.
Öffentliche Dienstleistungen:
- Touristeninformationszentrum: 1 rue Jean Jaurès, +33 (0)4 50 45 00 33, geöffnet Mo–Sa 9:00–18:00, So 10:00–17:00.
- Öffentlicher Verkehr (Busse): Einzelfahrt 1,50 EUR, Tageskarte 5 EUR – auf der Website tiseo-lacsdannecy.fr.
- Fahrradvermietung: Le Velo Lake, Avenue de Chambéry; 15 EUR pro Tag oder 8 EUR pro Stunde.
- Wassersport: Surfschule, Windsurfen am Strand Plage d'Albigny – Unterrichtsstunden kosten 30 EUR pro Stunde.
Essen – preisbewusst:
- Cafés und Bistros: Mittagessen mit drei Gerichten (Menü du jour) – 12–16 EUR, Espresso – 1,50–2 EUR.
- Abendessen in einem mittleren Restaurant: 20–35 EUR inklusive Getränk.
- Restaurants mit Seeblick: Hauptgerichte kosten 40–60 EUR.
- Regionale Küche:> Probieren Sie Raclette Savoyarde und Fondue – jeweils 18–22 EUR pro Portion in traditionellen Restaurants.
Ratschläge für Touristen: Wie man sich nicht verirrt und zufrieden bleibt
Was man mitnehmen sollte:
- Bequeme Schuhe für gepflasterte Straßen – normale Schuhe reichen dort nicht aus.
- Sonnenschutzcreme und einen Hut – das Wasser des Sees reflektiert die Sonne und kann die Haut verbrennen.
- Einen Fahrrad oder bequeme Turnschuhe für Spaziergänge rund um das Seeufer (43 km lassen sich in ein paar Tagen zurücklegen).
- Auch im Sommer eine leichte Jacke – die Nächte in den Bergen sind kalt (15–18 °C).
- Einen Badehandtuch – die Strände sind nicht bewacht und es gibt keine Handtücher zur Miete.
Was man vermeiden sollte:
- Nicht in der Innenstadt parken – die Straßen sind schmal und es gibt Gebühren von 50 EUR für Falschparken. Parken Sie lieber am Stadtrand.
- Nicht auf den Wiesen im Europapark picknicken – die Sicherheitskräfte bestrafen das mit 35 EUR. Essen Sie nur an den dafür vorgesehenen Tischen.
- Nach Regen die Kanäle am Seeufer nutzen – das Wasser wird schnell trüb und schmutzig.
- Die Restaurants in der Rue Sainte-Claire mit ihrem schönen Aussehen sind oft Touristenfallen mit überhöhten Preisen. Gehen Sie lieber einen Stadtteil weiter und finden Sie authentische Lokale mit 30 % Rabatt.
Wo man in der Nähe essen kann (meine Empfehlungen):
- L’Étuve (traditionell): 16 rue Royale, 04 50 45 41 88. Menüpreise zwischen 15 und 22 EUR; geschlossen dienstags. Hervorragende Pasteten und Fondu. Café Anglais (Café): 18 rue Jean-Jaurès, geöffnet von 7:30 bis 18:00 Uhr. Der beste Kaffee der Stadt – ein Espresso kostet nur 2 EUR. Die Croissants werden dort selbst gebacken.Le Bilboquet (Pizzeria): 4 rue de la Paix. Pizzen ab 10–14 EUR; geöffnet von 11:30 bis 23:00 Uhr. Sehr beliebt bei den Einheimischen.Lunch Box (Food Court): Marché de la Cité (Zentralmarkt). Frühstück ab 7–9 EUR; geöffnet von 7:00 bis 13:00 Uhr. Hervorragende Brötchen, Brot und Käse zu fairen Preisen.
Wie viele Tage sollten Sie verbringen?** Zwei volle Tage sind ideal. Am ersten Tag: Schloss, Altstadt, Bootsausflug auf den Kanälen (4 Stunden). Am zweiten Tag: Radtour rund um den See oder am Strand, Besuch der Basilika bei Sonnenuntergang (6 Stunden). Falls Sie sich in die Stadt verlieben, fügen Sie einen dritten Tag hinzu, um die Dörfer rund um den See zu besuchen (Menthon-Saint-Bernard, Talloires).
Internet und SIM-Karten:** In allen Cafés und Hotels steht kostenloses WLAN zur Verfügung. Eine lokale SIM-Karte von Orange/SFR kostet 10 EUR und ist in den Läden an der rue Royale erhältlich.
Annecy ist kein so bekannter Name wie Nizza oder Monaco – genau das macht es ja aus. Touristen kommen hier nicht, um Selfies vor berühmten Sehenswürdigkeiten zu machen, sondern um das Gefühl zu haben, echtes Frankreich entdeckt zu haben. Und der See ist tatsächlich genauso azurblau, wie man ihn auf Bildern sieht – es handelt sich dabei nicht um eine Bearbeitung.
Finden Sie die besten Fachleute für Ihr Projekt
Reparatur-, Bau- und Renovierungsspezialisten stehen Ihnen jetzt zur Verfügung
Empfohlene Artikel

Amsterdam: Moses un Aaron und Street-Art in De Baip – ein Führer durch das Graffiti-Viertel

Der jüdische Viertel von Amsterdam: Synagogen, Diamantenschmieden und lebendige Geschichte

Unsinn: Das Rathaus des 16. Jahrhunderts und die flämische Architektur Nordbrabants

NEMO: Ein Wissenschaftsmuseum in der Amsterdamer Bucht – ein interaktives Abenteuer für die ganze Familie
Weitere Artikel:
Amsterdam: Moses un Aaron und Street-Art in De Baip – ein Führer durch das Graffiti-Viertel
Der jüdische Viertel von Amsterdam: Synagogen, Diamantenschmieden und lebendige Geschichte
Unsinn: Das Rathaus des 16. Jahrhunderts und die flämische Architektur Nordbrabants
NEMO: Ein Wissenschaftsmuseum in der Amsterdamer Bucht – ein interaktives Abenteuer für die ganze Familie
Pastéis de Nata und das Café Pastéis de Belém – die Kultur des Kuchens in Lissabon
Lissabon mit Kindern: Oceanário und der Park Monsanto – ein umfassender Reiseführer für Familien
Delfin-Tour in der Bucht von Setúbal: Wie man Delfine innerhalb von 40 Minuten von Lissabon aus sehen kann
Portugiesische Küche: Bacalhau, Francesinha und Sopa de Pedra – ein kulinarischer Reiseführer