Ulica Puschkinskaja 82. Institut für medizinische Radiologie. (1930).<br>Stil: Konstruktives Art-Deko. | otdih.pro

Ulica Puschkinskaja 82. Institut für medizinische Radiologie. (1930).<br>Stil: Konstruktives Art-Deko.3 Fotos

Ulica Puschkinskaja 82. Forschungsinstitut für medizinische Radiologie (1930).
Stil: Konstruktives Art-Déco.

Die Idee zur Gründung eines akademischen Röntgenforschungsinstituts in Charkiw ging auf Dr. S.P. Grigoryev zurück. Im Frühjahr 1920 wurde sein Vorschlag zur Organisation einer „Röntgenakademie“ vom Ukrainischen Volkskommissariat für Gesundheit genehmigt. Doch der frühe Tod des Ideengebers verzögerte die Realisierung dieses Projekts vorübergehend.
Die Umsetzung der Idee übernahm eine Kollegialgruppe charkiwischer Röntgenexperten sowie Mitarbeiter der Physikabteilung. Im Mai 1921 erhielt die Röntgenakademie ein renoviertes Gebäude mit acht Wohnungen, und das Institut begann sich schnell zu entwickeln: Es wurden neue Abteilungen gegründet – eine Bibliothek mit 1800 Bänden, ein Museum für Röntgenaufnahmen mit über fünftausend Exponaten, ein Museum für anatomische Präparate sowie eine stationäre Abteilung und eine Ambulanz.

„Das Röntgeninstitut befindet sich in einer ernsten Wohnungsnot“, berichtete die Zeitung „Charkiwski Proletar“ im Jahr 1927. „Neue Ausrüstungen, die im Ausland angeschafft wurden, finden keinen Platz; außerdem reichen die verfügbaren Betten nicht aus, wodurch viele Patienten auf medizinische Hilfe verzichten müssen.“

Im Jahr 1929 wurden Mittel bereitgestellt, und der Bau des Instituts nach den Plänen des Architekten W.A. Estrovich begann. Das vierstöckige Gebäude erfüllte alle Anforderungen an ein akademisches medizinisches Institut: Es verfügte über einen großen Hörsaal für Studenten sowie geräumige Büros und Ruheräume. Eine besondere architektonische Merkmale des Gebäudes waren die vielfältigen Fensterkonstruktionen.

W.A. Estrovich schuf eine einprägsame Komposition für den zentralen Eingang, der in einem vorgeschobenen Winkel angeordnet war. Dem vertikalen Eingangsraum, der sich innerhalb eines originell geformten Kubus befand, entsprachen formlich ähnliche Bereiche an seinen Ecken. In diesem Gebäude wurden neue kompositorische Techniken geschickt mit klassischen architektonischen Prinzipien kombiniert; die Schlichtheit der Formen ging Hand in Hand mit einer lebendigen räumlichen Gestaltung.

Es handelt sich um eines der besten Gebäude für medizinische Zwecke in der Stadt – seine interessante Komposition fällt sofort auf: Von der Seite der Ulica Puschkinskaja aus bildet das Gebäude einen komplexen, mehreckigen Kubus, der von zwei quadratischen Türmen gesäumt wird. Seine architektonische Gestaltung gehört zum damals weltweit beliebten Art-Déco-Stil, der Elemente des Funktionalismus und der Klassik vereint. Im Gebäude wurden für die damalige Zeit neue Konstruktionen eingesetzt – beispielsweise große, hohlgeformte Deckenplatten aus monolithischem Stahlbeton sowie vorgefertigte Stahlbetonkonstruktionen für den Hörsaal.

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