Die Säule des Magdeburger Rechts
Alle Könige, Zaren und Fürsten bestätigten diese Privilegien Kiews. Auch Katharina II. bekräftigte dieses Recht im Jahr 1764. In den folgenden Jahren jedoch fanden Veränderungen im Staat statt – es wurden Stadtdäme eingerichtet, Justizsysteme geschaffen und eine Reihe von Gesetzen erlassen. Dies führte zur Aufhebung des Magdeburger Rechts in Kiew. Erst im Jahr 1798 gab Paul I. der Stadt dieses Recht wieder zurück.
\nZu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde auf Initiative des Architekten Andrei Melewsky unter Spenden der Kiewer Bürger eine steinerne Kapelle erbaut, die von einer Säule mit einem kleinen vergoldeten Dach gekrönt wurde. Die Anlage befand sich über einer einst vorhandenen Quelle im Kreščatyj-Jar, am Fuß des Wolodymyrska-Hügels – an dem Ort, an dem der Fürst Wladimir seiner Kinder das Taufewasser gab. Dieser Ort ist bei den Orthodoxen von großer Bedeutung, denn genau hier entstand das Christentum in Rus. Über viele Jahrhunderte hinweg fanden dort Kreuzwege und Gottesdienste statt. Deshalb trägt der Monument auch die zweite Bezeichnung – „Denkmal der Taufe Rus“.
\nAn der Säule befanden sich zwei Dankesinschriften: Eine war gewidmet dem heiligen Wladimir, dem Taufpatron Russlands, die andere Alexander I. Da die Stadtverwaltung von den imperialen Behörden unterdrückt wurde, beschlossen die Bürger, diese Säule zu errichten, um Alexander I. an sein Dekret zu erinnern, das das Magdeburger Recht Kiews bestätigte.
\nDie Säule des Magdeburger Rechts gilt als eines der ältesten Denkmäler in Kiew. Die architektonische Gestaltung besteht aus einem Sockel und einer Säule im toskanischen Stil. Im Bogenförmigen Sockel befand sich ursprünglich ein achteckiger Brunnenbecken, das mit Wasser aus einem Zisternenbrunnen versorgt wurde. Im Jahr 1867 wurde ein neues Becken in Form einer Schale gebaut. Später, im Jahr 1915, entwarf der Architekt Michail Bobrusov eine Treppe, über die man heute noch zum Monument hinaufsteigen kann.
Zu Zeiten der sowjetischen Herrschaft erlitt das Denkmal erhebliche Schäden. Es wurde beschlossen, die Kapelle abzureißen; am Ende blieben nur noch die Bogenöffnungen übrig, und die Inschrift, die dem Fürsten Wladimir gewidmet war, wurde entfernt. Das Denkmal erhielt einen neuen Namen – Säule des Magdeburger Rechts.
Anlässlich des 1025-jährigen Jubiläums der Taufe der Kiewer Rus fand eine umfangreiche Restaurierung des Denkmals sowie der angrenzenden Flächen statt. Die Treppe, die zur Säule führt, wurde vollständig erneuert.
Die Höhe des Denkmals beträgt 23 Meter und es besteht aus einem Sockel und einer Säule. Es handelt sich um eine toskanische Säule mit einer Höhe von 18,4 Metern; auf ihrem Gipfel befindet sich eine kugelförmige Spitze. Die Säule des Magdeburger Rechts unterstreicht die europäische Geschichte der Ukraine.

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