Monemvasia: Eine mittelalterliche Festungsstadt auf einem Felsen mitten im Meer
Geschichte und Kontext – Die „Gibraltar des Ostens“
Monemvasia ist ein riesiger Felsen mit einer Höhe von 300 Metern, der durch eine einzige schmale Brücke mit dem Festland des Peloponnes verbunden ist. Der Name selbst spricht für sich: „Moni Embasia“ bedeutet auf Griechisch „eine einzige Eingangspforte“. Genau diese einzige Durchgangslücke machte die Festung über mehr als tausend Jahre hinweg nahezu uneinnehmbar.
Die Stadt wurde im Jahr 583 von Bewohnern Lakoniens gegründet, die vor den Invasionen der Slawen und Awaren auf diesen abgelegenen Felsen flohen. Schon sehr bald entwickelte sich Monemvasia zu einem der wichtigsten Handelszentren des Byzantinischen Reiches – durch sie wurde das berühmte Malvasia-Wein transportiert, der in den Höfen Englands und Frankreichs getrunken wurde. Die Stadt war so reich, dass sie als „Gibraltar des Ostens“ bezeichnet wurde.
Im Laufe ihrer Geschichte wechselte die Festung mehrfach den Besitzer: Byzantiner, Franken, Venezianer, Osmanen – alle hinterließen hier ihre architektonischen Spuren. Im Jahr 1821 war Monemvasia eine der ersten Städte, die während des griechischen Unabhängigkeitskrieges befreit wurden. Bis zum 20. Jahrhundert war die Stadt fast vollständig verlassen, doch seit den 1970er Jahren begannen umfangreiche Restaurierungsarbeiten – heute zählt Monemvasia zu den atmosphärischsten historischen Stätten Griechenlands.
Wie man hinkommt
Der Eingang zur Festungsmauer erfolgt durch das einzige Tor – genau jenes „Moni Embasia“. Sobald Sie den Tunnel durch die Felsen passiert haben, eröffnet sich vor Ihnen eine vollständig für Fußgänger geeignete mittelalterliche Stadt mit gepflasterten Gassen, blühenden Bougainvilleen und steinernen Häusern.
Kathedrale Christos Elkomenos (Christus in Ketten) {GOOGLE=36.6867,23.0528} – Das Hauptkirchengebäude der Unterstadt, gegründet im 13. Jahrhundert. Darin befindet sich eine einzigartige Ikone Christi, die laut Legende aus Konstantinopel stammt. Der Eintritt ist kostenlos.
Kirche Panagia Myrtidiotissa {GOOGLE=36.6872,23.0522} – Eine kleine Kirche mit wunderschönen Fresken aus dem 16. Jahrhundert, direkt in die Festungsmauer integriert. Beachten Sie den venezianischen Schnitzaltar.
Moschee (ehemalig) {GOOGLE=36.6865,23.0535} – Ein osmanisches Erbe, das in ein kleines Archäologiemuseum umgewandelt wurde. Eintritt: 2 EUR. Öffnungszeiten: April bis Oktober.
Hauptstraße – Die einzige „Avenue“ der Unterstadt, entlang derer sich Boutiquenhotels, Tavernen, Juweliergeschäfte sowie Läden mit lokalem Olivenöl und Wein befinden.
Oberstadt (Zitadelle)
Festung der Oberstadt {GOOGLE=36.6842,23.0508} – Der Aufstieg von der Unterstadt dauert 20–30 Minuten auf einem steinigen Pfad. Hier ist fast niemand zu finden – und dies ist der schönste Teil von Monemvasia. Ruinen byzantinischer und venezianischer Gebäude, Überreste von Palästen sowie Zisternen zur Wassersammlung sind über das weite Plateau auf dem Gipfel der Felsen verstreut.
Kirche Agia Sophia {GOOGLE=36.6839,23.0503} – Der Schatz der Oberstadt. Gebaut im 13. Jahrhundert unter Kaiser Andronikos II. am Rande des Abgrunds mit Blick auf das offene Meer. Architektonisch erinnert sie an die gleichnamige Kirche in Konstantinopel – ein achteckiger Kuppelbau auf einem hohen Tambour. Der Eintritt ist frei.
Beobachtungsplattform auf dem Gipfel {GOOGLE=36.6835,23.0498} – Von hier aus kann man die Küste Lakoniens über Dutzende von Kilometern hinweg sehen. Bei klarem Wetter ist die Insel Kithira am Horizont zu erkennen. Die Aussicht bei Sonnenuntergang von dieser Stelle zählt zu den schönsten Griechenlands.
Jenseits der Festung
Damm und Brücke {GOOGLE=36.6886,23.0575} – Eine 200 Meter lange Straße, die den Felsen mit dem Festland verbindet. Der beste Ort, um die gesamte Festung zu fotografieren, ist die Landseite – besonders bei Sonnenaufgang, wenn der Felsen von Osten her beleuchtet wird.
Gefira {GOOGLE=36.6920,23.0561} – Ein Ortschaft auf dem Festland mit Geldautomaten, Supermarkt, Apotheke sowie den meisten Hotels. Vom dortigen Standort aus sind es nur 10 Minuten zu Fuß über den Damm bis zu den Toren der Festung.
Praktische Informationen
Zugang zum Unteren Stadtteil: kostenlos und rund um die Uhr geöffnet. Die Tore sind niemals geschlossen.
Oberer Stadtteil (Zitadelle): Der Zugang ist frei. Offiziell geöffnet von 08:00 bis 20:00 im Sommer und von 08:00 bis 15:00 im Winter – allerdings werden die Tore oft nicht abgeschlossen.
Archäologisches Museum (Moschee): April–Oktober, täglich von 08:30 bis 15:30 Uhr, Montag ist Feiertag. Eintrittspreis: 2 EUR, ermäßigt: 1 EUR.
Kirche des Christus Elkomenos: Täglich von 09:00 bis 13:00 und von 17:00 bis 19:00 im Sommer. Der Zugang ist frei – beim Betreten müssen jedoch die Schultern und Knie bedeckt sein.
Beste Besuchszeiten: Ende April bis Juni sowie September bis Mitte Oktober. In diesen Perioden herrscht keine erdrückende Hitze (im Sommer auf dem Felsen +38°C ohne Schatten), es gibt weniger Touristen und alle Einrichtungen sind geöffnet. Juli–August sind die Hochsaison: Enge Gassen und die Hotelpreise steigen deutlich an.
Dauer der Reise: Mindestens einen vollen Tag. Am besten zwei Nächte, um sowohl Sonnenaufgang als auch Sonnenuntergang zu sehen und die beiden Stadtteile in Ruhe zu erkunden.
Unterkunft: Boutique-Hotels in den steinernen Häusern der Unterstadt – zwischen 80 EUR für ein Doppelzimmer in der Nebensaison und 180–250 EUR im Sommer. Buchen Sie mindestens einen Monat im Voraus, da die Zimmer knapp sind. Günstigere Optionen finden Sie in Ghefir – ab 45–60 EUR.
Ratschläge für Reisende
Schuhe: Nur bequeme Sport- oder Wanderschuhe. Die Gassen der Unterstadt bestehen aus unebenem Steinpflaster, und der Weg zur Oberstadt ist an manchen Stellen ein steiler Aufstieg über rutschige Steine. Hochhacken und Sandalen sind eine Garantie für Verletzungen.
Wasser und Kopfbedeckung: Unbedingt notwendig. In der Oberstadt gibt es keine Geschäfte und keinen Schatten. Im Sommer kann man auf den heißen Steinen innerhalb von 20 Minuten einen Hitzeschlag bekommen.
Koffer:> Wenn Sie in der Unterstadt übernachten, beachten Sie: Autos kommen dort nicht hinein. Ein Koffer mit Rollen lässt sich auf dem Kopfsteinpflaster nicht leicht bewegen. Nehmen Sie daher einen Rucksack oder vereinbaren Sie mit dem Hotel, dass es Ihnen bei der Gepäckbeförderung hilft (viele Hotels bieten Trolleys an).
Was Sie probieren sollten:
Wo man essen kann:
- Matoula – Taverne direkt neben dem Haupteingang der Unterstadt. Gegrillter Oktopus, Musaka, frischer Fisch. Hauptgerichte: 12–18 EUR. Die besten Plätze befinden sich auf der Terrasse mit Blick auf das Meer.
- Chrisovoulo – Restaurant in einem restaurierten venezianischen Haus. Feine griechische Küche: Lamm mit Datteln, Kapern aus Monemvasia. Abendessen für zwei Personen: 50–70 EUR.
- Voltes – Gemütlicher Bar in einem gemauerten Keller; Cocktails ab 8 EUR. Ideal für einen Abend.
- Tavernen von Gephyra – Einfacher und günstiger: Gebratener Fisch mit Salat kostet etwa 10–14 EUR.
Was man besser vermeiden sollte:
Tipp von Erfahrenen: Kommen Sie vor 08:00 Uhr zum Tor der Festung. Zu dieser Zeit ist die Unterstadt völlig leer – nur Katzen und das Morgenlicht auf den Steinen sind zu sehen. Das ist eine ganz andere Monemvasia, die die meisten Touristen nie zu Gesicht bekommen.
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