Urlaub zu einem günstigen Preis

Indem man auf Reiseagenturen, „Fünf-Sterne-Hotels“ und teure Restaurants verzichtet, kann man für relativ wenig Geld die halbe Welt bereisen.

Fünf Länder in drei Wochen – ohne Rücksicht auf den Reiseplan der Gruppe, Freunde aus aller Welt… Ein beiläufiges Gespräch: „Ich erinnere mich, in einem Dorf auf Bali ist so etwas passiert…“ Um all das Wirklichkeit zu werden, müsste man entweder ein Oligarch werden oder sich als „Backpacker“ auf den Weg machen. „In drei Wochen waren wir in der Türkei, Bulgarien, Armenien, Syrien und dem Iran. Die ausgegebenen Gelder reichten zwar für eine Woche in einem Luxushotel aus – aber wie kann man solche Erlebnisse mit einem normalen Urlaub vergleichen?“, erzählt Jewgeni Boiko, ein Designer aus Sankt Petersburg mit zwei Jahren Erfahrung als „Backpacker“.

Schnell von Europa aus in die Ferne

Was ist eigentlich ein „Backpacker“? Die Grundlage seiner Philosophie ist das völlige Fehlen jeglicher Bindungen an einen bestimmten Ort. Es gibt ein Ziel, Tickets für Hin- und Rückreise – ansonsten absolute Freiheit. Ein „Backpacker“ ist also jemand, der durch Länder reist und dabei die Dienste von Reiseagenturen grundsätzlich vermeidet. In vielen Ländern, insbesondere in England und Israel, gilt ein langer Urlaub nach dem Schul- oder Militärdienst fast als selbstverständlich. Zumindest schätzen europäische Arbeitgeber solche Erfahrungen sehr. Man geht davon aus, dass jemand, der bereit ist, mehrere Monate in Asien oder Lateinamerika mit Rucksack zu verbringen, genug Energie und Kreativität für die tägliche Arbeit hat.
„Nach dem Schulabschluss habe ich ein halbes Jahr in Afrika als Freiwilliger gearbeitet und danach ein halbes Jahr in Kanada Sandwiches zubereitet. Ich bin durch ganz Europa gereist und meine Hochschulausbildung in Russland absolviert. Mein Diplom, das sich mit dem Thema Obdachlosigkeit in Russland befasst, habe ich in Sankt Petersburg erhalten. Danach reiste ich zusammen mit einem Freund, der Ökologe ist, nach China, Mongolei, Sibirien und Thailand. Jetzt möchte ich in meinem Heimatland Großbritannien eine Arbeit finden. Arbeitgeber werden solche Lebenserfahrungen sicherlich zu schätzen wissen“, erzählt Tom McLennahan, ein 24-jähriger Engländer und einer meiner liebsten internationalen Freunde. Tom ist mehrmals nach Toljat bei uns gewesen und war immer begeistert von unseren „verrückten Industrielandchaften und den hübschen Mädchen in den Clubs“ – doch er verstand nie, wie einige Menschen in der russischen Peripherie ihr ganzes Leben in einer Stadt verbringen können, ohne jemals die Welt außerhalb ihres Landes zu sehen.



Der erste Schritt auf dem Weg zur Freiheit

Natürlich hilft eine solche Reiseerfahrung für uns Russen kaum dabei, Arbeitgeber zu überzeugen. In Russland gelten „Backpacker“ – besonders in Regionen fernab der Hauptstadt – als etwas Exotisches. Ausnahme bilden die sibirischen Städte, die auf den beliebten Reiserouten Europas liegen: Zentralrussland – Sibirien – Ostasien. Langsam, aber sicher beginnen russische Abenteurer, sich diesem Trend anzuschließen. Das Höchste Ziel ist es, so viele Eindrücke wie möglich in einen zweiwöchigen Urlaub zu packen. Wie geht das? Wir erklären es Ihnen.
Für viele ist der schwierigste Schritt der erste Schritt selbst – besonders wenn man niemanden hat, dem man nachahmen kann. Deshalb ist es am einfachsten, bei einem ersten Reiseausflug Menschen zu finden, die bereits Erfahrung damit haben. Solche Personen findet man auf speziellen Webseiten, Foren oder in sozialen Netzwerken. Natürlich benötigt man dafür einen gültigen Auslandsreisepass – idealerweise schon mit einigen Touristenstempeln versehen. Das beschleunigt den Erhalt schwieriger Visa. Am besten beginnt man mit Ländern, in denen die Visastempel direkt am Flughafen aufgebracht werden: Türkei, Thailand, Indonesien, Philippinen, Laos, Kuba – sogar Brasilien eignet sich dafür. Nach Europa gelangt man am einfachsten über Finnland; dort sind nur wenige Unterlagen für den Schengen-Visaverfahren erforderlich.
Was die Unterkunft angeht: Ein echter „Backpacker“ entscheidet sich vor Ort. Die beste Informationsquelle ist das Lonely Planet-Buch, in dem alle weniger bekannten Sehenswürdigkeiten sowie günstige Hotels und Restaurants aufgelistet sind. „Ich weiß zwar, dass der Taj Mahal ein Juwel Indiens ist – aber mich interessieren eher unbekannte Orte, Tempel ohne Touristenströme und Orte, an denen keine Scharen von Touristen mit Kameras herumlaufen“, sagt Andrei, ein erfahrener Experte aus einer Moskauer Bank und regelmäßiger Teilnehmer von „Backpacker-Forums“.



Ein weiteres unverzichtbares Element eines freien Reisenden ist ein bequemer Rucksack. Es ist am besten, so viel Bargeld in der jeweiligen Währung mitzunehmen, wie man bereit ist, innerhalb einer Woche auszugeben – den Rest sollte man auf Karte oder Scheck haben. In den meisten visafreien Ländern reichen etwa 10–15 Dollar pro Tag aus, um ein eigenes Zimmer zu mieten, in Restaurants zu essen und sich dabei wie ein „Adliger“ zu fühlen. Manche Reisende verdienen sogar während ihres Urlaubs etwas dazu: „In Thailand bin ich mit einem gemieteten Motorrad gereist. Sportmotorräder haben mich schon immer fasziniert. Eines Tages stellte ich fest, dass mein Motorrad nicht mehr in Ordnung war – also beschloss ich, es selbst zu reparieren. Der freundliche Thailänder vom Mietgeschäft war begeistert. Nachdem ich das Motorrad repariert hatte, zahlte er mir sogar und bot mir eine dauerhafte Nebenbeschäftigung an. Ich lehnte ab – aber die Erinnerung bleibt schön“, erzählt Andrei.
Um erfolgreich mit Einheimischen in Kontakt zu treten, ist es wichtig, zumindest grundlegende Englischkenntnisse zu haben. Es ist nicht notwendig, ein ausgezeichneter Sprachexperte zu sein – die Englischkenntnisse der meisten Franzosen, Deutschen, Brasilianer, Japaner usw. sind in der Regel genauso gut wie Ihre. Dennoch muss man sich in der Regel auf Englisch verständigen. Deshalb ist es sinnvoll, ein Wörterbuch oder einen Laptop mit einem elektronischen Übersetzer mitzunehmen. „Wenn Sie sich bei einer Reiseagentur anmelden, wird die Kommunikation mit Einheimischen kein Problem sein. Als „Attraktion“ werden Ihnen vielleicht ein Mittagessen mit Einheimischen angeboten – zum Beispiel in Borneo. Stellen Sie sich vor, wie diese Menschen danach Touristen behandeln würden… Wie dumme weiße Herren“, sagt ein Manager aus Moskau. Laut seinen Worten kann man durch einfaches und freundliches Verhalten gegenüber Einheimischen sehr interessante Gesprächspartner finden – zum Beispiel einen indischen Yogi, der in der Abgelegenheit lebt, oder eine freundliche serbische Familie, die wöchentlich kulinarische Feiern veranstaltet.



Für den „Backpacker“ zum Erinnern


Nun haben Sie die Idee des freien Reisens – aber wo finden Sie Mitreisende, welche Sehenswürdigkeiten gibt es, wo können Sie Einheimische kontaktieren und welche weiteren nützlichen Informationen stehen zur Verfügung? Wir teilen Ihnen einige Links mit.
http://www.travel.ru/formalities/visa/visafree/ – Informationen zu Visaverfahren

www.lonelyplanet.com – Die bekannteste Informationsquelle für Reisende, die gerne selbstständig reisen

www.aviasales.ru – System zur Suche nach günstigen Flugtickets

www.hostelworld.com – Hostels auf der ganzen Welt

www.couchsurfing.org – Eine Gemeinschaft von Reisenden, die bereit sind, kostenlose Unterkunft und Reiseberatung anzubieten

www.travel.ru – Alles über Tourismus und Reisen – ein praktischer Reiseführer

www.samotur.ru – Selbstständiger Tourismus in Kombination mit Sportveranstaltungen – viele nützliche Informationen

Alya Gerber


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