Tolkiens Sohn kritisiert die Verfilmungen von Peter Jackson

Der einzige noch lebende Sohn des „Herrn der Ringe“-Autors Christopher Tolkien hat 40 Jahre lang keinen Kontakt zur Presse aufgenommen und führt ein zurückgezogenes Leben. Im Sommer letzten Jahres gab Tolkien jedoch ein Interview mit der französischen Zeitung Le Monde, aus dem erst vor kurzem Zitate veröffentlicht wurden. Der 88-jährige Christopher äußerte sich ziemlich scharf über die Verfilmungen der Bücher seines Vaters.
Es sollte beachtet werden, dass sich die Beziehungen zwischen dem Studio New Line und den Erben von Tolkien nach der Veröffentlichung der Trilogie verschlechterten. Christopher Tolkien, der Geschäftsführer der Tolkien Estate, verwaltet die Rechte an den Werken seines Vaters. Seit 2003 gab es rechtliche Auseinandersetzungen bezüglich der Urheberrechtsgebühren. Die Produzenten behaupteten, dass die Filme nicht profitabel gewesen seien, weshalb der Tolkien Estate keine Provisionen zustünden. Erst im Jahr 2009 konnte eine Einigung erreicht werden – die Produzenten zahlten den Erben des Schriftstellers 7,5 Prozent der Gesamteinnahmen. Dank der Veröffentlichung der Trilogie von Peter Jackson stiegen die Verkaufszahlen der Bücher von J. R. R. Tolkien deutlich an. „In den drei Jahren von 2001 bis 2003 wurden insgesamt 25 Millionen Exemplare von ‚Der Herr der Ringe‘ verkauft“, sagt David Bron, Vertreter des Verlags HarperCollins, der für die Bücher des Professors verantwortlich ist (mit Ausnahme der USA). „Davon 15 Millionen in englischer Sprache und 10 Millionen in Fremdsprachen.“ Dennoch kann die Tolkien Estate keinerlei Einfluss auf den Inhalt der Filme basierend auf den Werken von J. R. R. Tolkien ausüben. Christopher Tolkien lehnte die geplante Verfilmung von „Hobbit“ ab, weshalb die Arbeiten daran ständig verzögert wurden. Nun ist auch verständlich, warum der Sohn des Schriftstellers sich weigerte, mit Peter Jackson zusammenzuarbeiten. „Das Buch wurde entseelt und in einen Actionfilm für Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren verwandelt“, sagte Tolkien über „Der Herr der Ringe“. „Es scheint, als würde ‚Hobbit‘ genauso sein.“ „Tolkien ist zu einem Monster geworden, das von seiner eigenen Popularität verschlungen wird“, bedauert Christopher. „Die Absurditäten unserer Zeit verschlingen ihn. Zwischen der Schönheit und der Ernsthaftigkeit seiner Werke und dem, was daraus geworden ist, besteht eine erschreckende Kluft. Die Kommerzialisierung hat die künstlerische und philosophische Bedeutung seiner Schöpfungen völlig zunichte gemacht. Meine Entscheidung ist klar: Ich werde mich abwenden und nicht hinschauen.“

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